Der Vorstand
„Da zu sein – das ist und bleibt der Takt der Post.“
„Immer da, wenn du uns brauchst.“ Sie geben Ihren Kund*innen ein großes Versprechen …
Walter Oblin_ Ja, genau dafür steht die Post: Wir sind am Puls der Zeit, nah bei unseren Kund*innen – analog und digital, mit bewährten Leistungen und mit neuen Angeboten. Wir verstehen uns als aktives Bindeglied zwischen unseren Geschäftskund*innen und mehr als 150 Millionen Menschen in 15 Ländern. Wir kennen unsere Kund*innen und ihre Bedürfnisse, und können diese auch sehr gut abbilden. Gleichzeitig machen wir uns permanent Gedanken darüber, wie wir sie noch besser begleiten können. So entwickeln wir uns ständig weiter.
Walter Oblin, Generaldirektor, Vorstandsvorsitzender (CEO)
Walter Oblin trat im Oktober 2009 als Leiter des Bereichs Strategie und Konzernentwicklung in die Österreichische Post AG ein. Im Juli 2012 wurde er zum Finanzvorstand und im Jänner 2019 zum Generaldirektor-Stellvertreter ernannt und übernahm zusätzlich die Verantwortung für die Division Brief & Werbepost. Mit 1. Oktober 2024 wurde Walter Oblin vom Aufsichtsrat der Österreichische Post AG zum Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektor bestellt.
Die Post bewegt sich und passt sich an den Markt an. Gleichzeitig steht sie für Beständigkeit. Wie vereinen Sie das?
Walter Oblin_ Für uns gehört das zusammen. Mit unserer Beweglichkeit – dazu zählt Innovation und das Erschließen neuer Geschäftsfelder – sichern wir unseren Erfolg in einem dynamischen Umfeld. Durch die Beständigkeit, mit der wir unsere Versprechen einlösen, gewinnen und erhalten wir das Vertrauen unserer Kund*innen. Es ist das Zusammenspiel, das uns erfolgreich macht.
Die Post gibt es schon sehr lange, weil wir nicht jedem Trend blind hinterherlaufen, sondern uns zuvor fragen: Was benötigen unsere Kund*innen genau? Und der Erfolg gibt uns recht: Vor sechs Jahren haben wir die bank99 ins Leben gerufen. Sie hat sich trotz Pandemie in kurzer Zeit am Markt durchgesetzt. Das zeigt: Für den Mehrwert unserer Kund*innen gehen wir auch dorthin, wo andere nicht mehr sind. Auf dem Vertrauen unserer Kund*innen bauen wir auf: Im April gehen wir mit YELLLOW als Mobilfunkanbieterin an den Markt. Auch hier werden wir zeigen: Wir sind verlässlich für unsere Kund*innen da.
Peter Umundum_ Im Paketgeschäft ist das Zusammenspiel von Beweglichkeit und Beständigkeit essenziell: E-Commerce vernetzt unseren Globus. Die Kund*innen erwarten, dass sie nahezu jeden Artikel von überall erwerben und zwei Tage später nutzen können. Das funktioniert nicht von Zauberhand. Dafür braucht es eine intelligente Logistik, die von erfahrenen Menschen gesteuert wird.
Vor allem aber braucht es dafür unzählige Hände, die die Pakete an vielen Orten und rund um die Uhr begleiten. 2025 haben wir österreichweit 232 Millionen Pakete geliefert, 98 % davon innerhalb von zwei Tagen. Das ist Liefertreue. Vor allem aber ist es ein Vertrauensbeweis.
Barbara Potisk-Eibensteiner_ Auf den Finanzmärkten erleben wir seit Jahren ein Auf und Ab. Zudem sehen wir gerade eine deutliche Verschiebung der wirtschaftspolitischen Tektonik. Sie verstärkt die Unsicherheit deutlich. In diesem Umfeld hebt sich die Post mit ihrer Beständigkeit positiv ab. Für die Banken und für unsere Anleger*innen sind wir traditionell eine berechenbare Partnerin: mit einem stabilen und soliden Profil.
So wollen wir es auch in Zukunft halten. Der Erfolg der letzten 20 Jahre an der Börse zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg. Diesen Weg werden wir wirtschaftlich erfolgreich weitergehen – für unsere Anleger*innen und alle anderen Stakeholder gleichermaßen.
Die Konjunktur stockt. Was bedeutet das für das letzte Geschäftsjahr?
Walter Oblin_ In der Tat haben wir in Österreich gerade die längste Rezession der Nachkriegsgeschichte erlebt. Die Wettbewerbsintensität nimmt zu, der Kostendruck steigt und ein Großteil der Unternehmen hält sich mit Investitionen zurück. Bei uns in Österreich lag die Inflation 2025 über dem EU-Schnitt, weit entfernt von dem 2 %-Ziel der EZB. Das alles beeinflusste im Jahr 2025 auch unser Geschäft. Gleichwohl können wir mit dem Jahr zufrieden sein: Operativ haben unsere 19.468 Mitarbeiter*innen erneut exzellente Leistungen erbracht. Wirtschaftlich haben wir das Geschäftsjahr solide abgeschlossen.
Die Trends im internationalen Brief- und Paketgeschäft setzten sich fort. Das heißt: Die Digitalisierung bei privaten und öffentlichen Kund*innengruppen führte 2025 zu rückläufigen Brief- und Werbemengen. Das Paketgeschäft legte grundsätzlich weiter zu, der Markt bleibt jedoch von intensivem Wettbewerb geprägt. Einen erfreulichen Meilenstein haben wir mit unserer bank99 erreicht: Nach fünfjähriger Start-up-Phase hat der Geschäftsbereich den Break-even-Punkt passiert. Er trägt inzwischen positiv zum Bilanzergebnis bei – dank 300.000 zufriedener Kund*innen.
Peter Umundum_ Unser Paketgeschäft entwickelte sich 2025 im Rahmen unserer Erwartungen. Der Umsatz stieg um 3 %. Durch unternehmerische Schritte wie zuletzt durch Erwerbe in Bulgarien und Ungarn haben wir im E-Commerce unseren starken internationalen Footprint erweitert. Neben den Kund*innen in Österreich erreichen wir heute immer mehr Empfänger*innen in Südosteuropa, der Türkei und darüber hinaus. Die Türkei hat für uns großes Potenzial. Von hier aus haben wir die Brücke nach Aserbaidschan und Georgien geschlagen. Die Logik dahinter ist, dass wir große, internationale Kund*innen dorthin begleiten.
Barbara Potisk-Eibensteiner_ Die wirtschaftliche Entwicklung der Post liegt unter dem Vorjahr, in dem große Wahlen und günstige Währungseffekte positiv wirkten. Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post-Konzerns 2025 lagen daher mit 3.043,3 Mio EUR um 2,6 % unter dem Niveau von 2024, jedoch 11,0 % über 2023.
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand Paket & Logistik (COO)
Peter Umundum ist seit 1. April 2011 Vorstand für Paket & Logistik der Österreichische Post AG, mit 1. Oktober 2024 wurde er zum Generaldirektor-Stellvertreter ernannt. Seine Verantwortungsbereiche umfassen das Paketgeschäft in Österreich und in den Tochterunternehmen in Südost- und Osteuropa sowie der Türkei und Aserbaidschan. Darüber hinaus trägt er die Gesamtverantwortung für die nationale und internationale Logistik mit rund 21.500 Mitarbeiter*innen.
Ein Eckpfeiler Ihrer Strategie ist die Nachhaltigkeit. Wie kommen Sie hier voran?
Walter Oblin_ Nachhaltigkeit zählt zum Kern unseres Selbstverständnisses. Das zeigen wir auch in unserer neu formulierten Strategie LEAD 2030. In ihrem Zentrum stehen Nachhaltigkeit, die Bedürfnisse unserer Kund*innen und eine starke Unternehmenskultur. Im Rahmen eines Masterplans Nachhaltigkeit 2030 haben wir zwölf Stoßrichtungen definiert, die wir mit konkreten Maßnahmen vorantreiben.
Sehr wichtig ist mir die Entwicklung der Unternehmenskultur: Wir wollen international als Einheit auftreten, in der die Gruppe mehr ist als die Summe ihrer Teile.
Peter Umundum_ Beim umweltbezogenen Teil der Nachhaltigkeit kommen wir gut voran. Konzernweit ist unser CO2-Ausstoß im Bereich der unmittelbar beeinflussbaren logistikbezogenen CO2-Emissionen 2025 um rund 10 % gesunken und in Österreich sogar um 21 %! In Österreich haben wir jetzt mehr als die Hälfte unserer Zustellflotte auf Elektromobilität umgestellt: 60 % unserer Zustellung auf der letzten Meile erfolgt CO2-frei – das heißt zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem E-Fahrzeug. Der benötigte Grünstrom für die E-Fahrzeuge wird aus österreichischen Energiequellen bezogen und großteils über die eigene Ladeinfrastruktur der Post geladen. 34 Standorte mit Photovoltaikanlagen und einer Leistung von rund 20 Megawatt Peak (MWp) sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Dadurch erreichen wir einen bilanziellen Eigenversorgungsanteil von ca. 20 %. Der Eigenversorgungsanteil der Post beläuft sich damit bilanziell auf 20 %.
Barbara Potisk-Eibensteiner_ Wien wird demnächst die erste Millionenstadt Europas sein, die 100 % CO2-frei auf der letzten Meile serviciert wird. Aber auch im ländlichen Raum sind wir innovativ. Dank der Charge-at-Home-Lösung können Zusteller*innen ihre Fahrzeuge von zuhause aus mit nachweislich erneuerbarem Strom aus Österreich versorgen. 2025 haben wir zwei spannende Innovationsschritte gesetzt:
Wir haben 2025 konsequent in Innovation und Zukunftstechnologien investiert. Dazu zählt der Einsatz neuer E‑Allradfahrzeuge, mit denen wir selbst in alpinen Regionen die letzte Meile vollständig CO₂‑frei zustellen können – erste Fahrzeuge sind bereits erfolgreich unterwegs.
Zudem stellen wir auch in unseren internationalen Beteiligungen die Flotten schrittweise auf eine emissionsfreie Zustellung um und treiben damit den Wandel zu einer nachhaltigeren Logistik konsequent voran.
Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzvorständin (CFO)
Barbara Potisk-Eibensteiner ist seit 1. Jänner 2025 Finanzvorständin der Österreichische Post AG. Zu ihrem Vorstandsressort zählen die Verantwortlichkeiten für alle Finanzfunktionen sowie zusätzlich Konzern-Immobilien, Konzern-IT & -Einkauf und Konzern-Recht und somit wesentliche Steuerungs- und Dienstleistungsfunktionen. In der bank99 übernimmt Barbara Potisk-Eibensteiner eine aktive Aufsichtsratsrolle mit Fokus auf Finanz-Agenden und Marktfolge.
Eine Frage, drei ausgewählte Antworten: Was dürfen wir von der Post 2026 erwarten?
Walter Oblin_ Wir bestätigen das in uns gesetzte Vertrauen durch Beständigkeit. Unsere Strategie LEAD 2030 liefert uns dafür den Fahrplan. Diesen setzen wir auch in einem schwierigen Marktumfeld Schritt für Schritt um.
Peter Umundum_ Wir sichern unsere Stabilität durch Wachstum. Deshalb werden wir unseren internationalen Fußabdruck ausbauen und unsere Dienstleistungen im E-Commerce gezielt weiterentwickeln.
Barbara Potisk-Eibensteiner_ Ein Markenzeichen der Post ist ein verlässlicher Shareholder-Return. Vor 20 Jahren waren es 19 EUR pro Aktie, heute sind es über 30 EUR pro Aktie, einschließlich einer Dividendenauszahlung von 35 EUR in diesem Zeitraum. Auch 2026 werden wir mindestens 75 % unseres Nettoergebnisses als Dividende ausschütten.